3-Groschen-Oper

Literaturverfilmung nach dem Theaterstück von Bertolt Brecht

Macheath, genannt Mackie Messer, heiratet Polly, die Tochter des Londoner Bettlerkönigs Peachum. Dieser will seine Tochter nicht hergeben und erpresst den Polizeichef Tiger-Brown, seinen Schwiegersohn zu verhaften. Mackies eifersüchtige Freundin Jenny verrät ihn …

Der Film wurde 1933 von den Nazis verboten und gilt inzwischen als ein Meisterwerk des frühen Tonfilms in Deutschland.

Pabsts Film, im Atelier gedreht, vorwiegend im Halbdunkel spielend, erinnert in seiner Bildgestaltung (Kamera: Fritz Arno Wagner) nicht selten an die Ästhetik des deutschen Stummfilms der 20er Jahre. Rudolf Forster verkörpert Mackie Messer als zynischen und eleganten Gauner. Seine Beziehung zu Polly entwickelt beinahe romantische Züge – die beide, aus dem kriminellen Milieu aufgestiegen – in der Bürgerlichkeit ankommen lässt: Mackie wird Direktor einer von Polly gegründeten Bank.

Extras

Audio-Kommentar zum Film von Wolfgang Gersch und Hans-Michael Bock, FILMHELD MACKIE MESSER: Interview mit Michael Pabst von Robert Fischer (2008, 30 Min.), Casparius knipst … (Fotogalerie, 36 Min.), Booklet

Inhaltsübersicht

1. »Erst kommt das Fressen …«
2. »Die Moritat von Mackie Messer«
3. Im Tintenfischhotel
4. Diebstahl und der Polizeichef
5. Vorbereitungen zu der Hochzeit
6. »Mond über Soho«
7. Die Hochzeit
8. Pollys Lied
9. Besuch von Tiger Brown
10. Der Laden Peachums
11. Im Amtszimmer Browns
12. »Der Mensch lebt durch den Kopf«
13. Mackies Büro – Pollys Aufstieg
14. Im Bordell
15. Jenny singt Seeräuberlied
16. Mackie auf der Flucht
17. Suky Tawdry
18. Das Bankdirektorium
19. Gefängnis
20. Aufmarsch der Bettler
21. »Ja mach nur einen Plan … «
22. Die Kaution für Mackie
23. Der Krönungszug
24. Browns Investition
25. »Der Kanonensong«
26. »Dreigroschen-Finale«

Produktionsland: D
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Vorlage: Bertolt Brecht
Buch: Leo Lania, Béla Balácz, Ladislaus Vajda
Kamera: Fritz Arno Wagner
Musik: Kurt Weill

Darsteller: Rudolf Forster (Mackie Messer), Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Valeska Gert, Carola Neher (Polly), Lotte Lenja (Jenny), Hermann Thimig, Ernst Busch, Wladimir Sokoloff, Herbert Grünbaum, Sylvia Torf, Paul Kemp, Gustav Püttjer, Oskar Höcker, Kraft Raschig

Pressestimmen
»Meilenstein des Vor-NS-Kinos« – Splatting Image
Kinematograph, Nr. 43, 20.2.1931
»Die viel besprochene “Drei-Groschen-Oper” hat nun jetzt ihre erste öffentliche Aufführung erlebt. Es ist eine interessante, vielleicht sogar fesselnde Geschichte, die in vergangener Zeit in einem seltsamen Milieu spielt, das vielleicht prinzipiell nicht nach jedermanns Geschmack ist.
Aber über diese grundsätzliche Voraussetzung sah man anscheinend an dem Uraufführungsabend vollständig hinweg. Man war gefangen von den wundervollen phantastischen Dekorationen, bewunderte das vollendete Spiel Rudolf Forsters, der Carola Neher und Reinhold Schünzels.
Man sah einen Film aus einem Guß, bei dem auch die kleinen Rollen vorbildlich besetzt sind.
Pabsts Regie gefällt und schöpft alle Möglichkeiten fast restlos aus. Man vermißt lediglich eine gewisse Wärme und etwas Temperament. Die Songs und die klanglichen Reste der Weill-Musik kommen gut und wirken vielleicht hier noch besser als auf dem Theater.
Es ist zweifellos ein außerordentlich interessantes Werk, das der fabrizierenden Nero und der verleihenden National zur Ehre gereicht und das eine wertvolle Bereicherung des Kinorepertoires darstellt.«

1 DVD; Bild: PAL, s/w, 4:3; Ton: Mono + Stereo; Sprache: Deutsch
Label: absolut MEDIEN

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: 110 Minuten
  • Produktionsjahr: 1930/31
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