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Annette Leo: Zwischen Wissen und Schweigen

Autorin Annette Leo im Gespräch mit Paul Werner Wagner


„Es kommt mir vor, als ob die Worte, die mein Großvater vor 50 Jahren niedergeschrieben hat, mich im richtigen Moment erreicht haben, als ich begann, Fragen zu formulieren, als die Mischung aus Wissen und Schweigen mir nicht mehr genügte. Seine Briefe waren eine Brücke, über die ich gehen konnte, um mich auf eine Suche zu begeben, von der ich lange nicht wußte, wohin sie mich führen würde.“

Die Grenze zwischen Wissen und Schweigen wird von Anette Leo (Jahrgang 1948) in ihren Arbeiten immer wieder durchbrochen, schmerzhaft und heilsam zugleich für die Autorin und die Leser, die bereit sind, mit ihr auf Spurensuche in Vergangenheit und Gegenwart zu gehen. Es bleibt unbequem und ist nicht immer willkommen. Unbequem war ihr Großvater Dagobert Lubinski, jüdischer Kommunist, im Widerstreit mit den eigenen Genossen. 1936 wurde er von der Gestapo verhaftet und 1943 m KZ Auschwitz ermordet. Die unbequemen Fragen und Zweifel am DDR-Sozialismus entfernen Annette Leo auch eine Zeitlang von ihrem Vater, dem Resistance-Kämpfer und Journalisten Gerhard Leo. Bis heute engagiert sich die Historikerin für die Auseinandersetzung mit unserer widerspruchsvollen Vergangenheit. Bei Aufbau erschien zuletzt Das Kind auf der Liste. Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie (2018).

Eintritt: 6 EUR

Infos zum Termin
23. Januar 2019 , 18:00 Uhr
FMP1, Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Der Termin wurde eingestellt von der Redaktion neues deutschland
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